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Don't stop breathing - Druckversion +- Society of Rudeness (https://society.bitethedust.de) +-- Forum: Drawing Room (https://society.bitethedust.de/forum-6.html) +--- Forum: Artis (https://society.bitethedust.de/forum-26.html) +--- Thema: Don't stop breathing (/thread-25.html) |
Don't stop breathing - Ardin James - 09.03.2022 Es war zwei Tage her, dass ich zu Margory nach Hause gekommen war. Nachdem Rhode gegangen war und mich da alleine in der Gasse auf dieser Kiste hatte hocken lassen und ich nicht mehr gewusst hatte, was ich als nächstes tun sollte. Jackdaw hatte Cyneburg hinterher getrauert und ich konnte nichts tun als das Gefühl nachzuempfinden ohne sagen zu können weshalb. Was hätte Rhode auch sagen oder tun können? Er hatte mehr als genug getan. Und er hatte das Thema bleiben lassen. Immerhin. Ich hätte zufrieden sein sollen. Stattdessen ließ es eine unbestimmte Leere in mir zurück. Als wäre da etwas, das einfach heraus gerissen worden wäre. Irgendwann hatte ich meinen Hut und meinen Mantel genommen und war aufgestanden. Jackdaw hatte sich flatternd in den Himmel erhoben und ich hatte Harold noch einen letzten warnenden Blick zugeworfen, bevor ich die Gasse hinunter und in Richtung Zuhause gegangen war. Ich war froh gewesen, den Coster hinter mir lassen zu können. Dass er mich abstechen könnte, war tatsächlich meine größte Angst gewesen während ich dort gelegen und geschlafen hätte. Sonst hätte ich mich niemals darauf eingelassen, Jackdaws Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ich übertrieb fand sie, auch heute noch. Aber als ich nach Hause gegangen war, kleinlaut und stumm bei Margory angekommen war, da war das noch nicht alles gewesen. Ich hatte ihren Wutanfall über mich ergehen lassen. Stumm, und ich weiß nicht ob es daran lag, dass sie merkte, dass etwas nicht stimmte. Noch so viel mehr nicht stimmte als sonst schon. Irgendwann hielt sie einfach inne und schwieg. Und sah mich an. Und ich schaute zurück. Als sie mich in den Arm nahm hatte ich das Gefühl mein Gesicht nicht mehr zu spüren, so sehr hatte ich mit einem Mal den Eindruck, sie vermisst zu haben. Ich tat Margory in der Nacht darauf den Gefallen bei ihr im Bett zu schlafen – etwas anderes blieb mir auch nicht übrig um den Hausfrieden zurück ins Gleichgewicht zu bringen, einmal abgesehen davon, dass sie mich für den Friedensbeweis auf ihre Weise entlohnte. Und ich sagte mir ich würde das beste daraus machen. Ich würde es schon irgendwie überstehen, nachdem ich nun seit Ewigkeiten zum ersten Mal wirklich einen Tag komplett hatte schlafen können, ohne in irgendjemandes Träume zu geraten. Lange lag ich noch wach um Margory beim Schlafen zu beobachten, aber irgendwann raffte es auch mich endgültig wieder dahin. Was dann kam, hatte ich allerdings nicht erwartet. Zwei Tage trug ich das jetzt schon mit mir herum. Mulligan hatte seinen Bericht bekommen, die Aufstände der Gewerkschaft an der New Graval Lane hatten sich mittlerweile gelegt – auch wenn es nur eine Frage der Zeit war bis sie von Neuem aufflammen würden, da war ich mir sicher – und Rhode und ich hatten wieder Zeit uns der Suche nach der Identität unseres angeschwemmten Hausdieners zu widmen. Jackdaw lachte insgeheim sicher darüber wie ich mit mir kämpfte, aber ich war längst wieder dazu übergegangen, sie aus meinen Gedanken auszusperren und dafür strafte sie mich mit der üblichen Ignoranz. Aber als ich an diesem Morgen von den Zellen zurück kehrte in unsere Abstellkammer und das zweifelhafte Glück hatte, Rhode dort anzutreffen, da beschloss ich, dass mich der Gedanke nicht länger losließ und ich ihm davon erzählen musste. Wir hatten seit er mich bei den Costers sitzen gelassen hatte nicht mehr über den Abend oder die Nacht davor gesprochen und bisher war ich froh darum gewesen. Mir war es unangenehm, das Thema von Neuem anzuschneiden. Und doch hatte mich etwas daran, was Rhode gesagt hatte, nicht losgelassen, so ungern ich es auch zugab. Es waren die Träume gewesen, sagte ich mir. Rhode alleine hätte ich noch überstehen können, aber die verdammten Träume. Was wenn…? Was wenn… Ich biss mir auf die Unterlippe als ich die Tür zu unserer Kammer hinter mir schloss. „Rhode…?“, begann ich vorsichtig und beobachtete dabei wie Jackdaw gerade flatternd außen am Fensterbrett ankam. Dann erst richtete ich den Blick auf Otis. „Erinnerst du dich an den Coster von neulich? Harold?“ Ich wartete einen Moment, bevor ich mit weiteren Hinweisen für den Erinnerungsaufbau weiterhalf. „Der dem ich gedroht hab, ihn in seinen Träumen zu verfolgen wenn er mich im Schlaf ersticht?“ Unangenehmes Detail, an das ich mich da erinnerte. Ich musste jetzt doch schlucken, wippte kurz unruhig auf den Fußballen bevor ich mich wieder zur Ruhe besann. Besser ich fuhr schnell fort und brachte es hinter mich. „Scheint fast so als müsste er mir nicht erst ein Messer in den Rücken rammen.“, erklärte ich knapp und kurz angebunden, um daraufhin die Lippen fest aufeinander zu pressen, die Hände in die Taschen zu schieben und doch mit zusammen gekniffenen Augen hinüber zum Fenster und zu Jackdaw zu sehen, die neugierig hinein linste. Ein wenig fragte ich mich ja doch, was Rhode jetzt daraus machen sollte, hatte ich ihn doch vor zwei Tagen noch darum gebeten, das Thema sein zu lassen, und wartete unangenehm berührt darauf, dass der Rhode in schallendes Gelächter verfiel. RE: Don't stop breathing - Otis Rhode - 09.03.2022 Die Brandwunde heilte schmerzhaft und langsam und ich wusste ich hätte das beschleunigen können, ebenso wie den Biss und die Schnitte um Cyneburg zu füttern, aber ich war zu stolz den James um etwas zu bitten und war seine Frau noch nicht wieder begegnet. Lieber ein paar körperliche Schmerzen, die jeder gewöhnliche Mann auch hätte ertragen müssen, als mich wieder mit der verdammten James-Sippe auseinanderzusetzen. Für eine Woche hatte mir das genug Nerven gekostet. Ich war auch nicht besonders erpicht meinen Jungen wieder zu sehen. Ich hatte James nicht zu ihnen zurück gebracht. Das bedeutete, dass sie jetzt wohl davon ausgingen, dass ich nachdem ich von ihnen weg bin, einfach nach Hause gegangen und mich einen Dreck um James gescherrt hatte. Das oder James hatte irgendeine wenig ruhmreiche Version meiner zugegeben wenig ruhmreichen Rolle in dieser Sache verkündigt. Es war mir auch schon egal, aber damit all der Enttäuschung zu begegnen konnte ich gut und gerne noch ein paar Tage warten. Im Grunde hatte sich auch nicht viel geändert. Wenn dann sprachen James und ich noch weniger und waren noch so viel mehr darum bemüht die Gegenwart des anderen zu meiden. Glücklicherweise war Mulligan wohl zufrieden genug mit unserer Arbeit uns nicht mit gemeinsamen Aufträgen zu belasten. Ich begegnete Ardin im wesentlichen also nur beim Rapport und in unserem gemeinsamen Büro - und letzteres wusste ich auf ein Minimum zu begrenzen und Ardin offensichtlich ebenso. Ich wusste diese Phase würde sich wieder legen, aber im Moment war es das beste so. Nicht noch mehr unnötigen Stress wegen nichts und wieder nichts. Ich ließ dem James seine Ruhe und der ließ sie mir und damit konnte ich wunderbar leben. Der hatte seine Probleme und ob sie ihn ins Grab brachten oder nicht, er wollte es bleiben lassen sich damit auseinanderzusetzen, also kümmerte mich das nicht weiter. Vielleich hatte ich das vor zwei Tagen anders gesehen. Vielleicht war ich aber auch einfach nur müde gewesen. Inzwischen war mir das wieder so egal, wie es sein sollte und damit würde auch mit dem James bald wieder alles beim Alten sein. Nur für den Moment noch nicht. Und deshalb nahm ich auch dieses Mal wahllos etwas von meinem Stapel der Dinge, die ich noch mit irgendjemanden würde abklären müssen, sobald ich Ardin an der Tür vernahm, und war darauf und daran das Büro zu verlassen, als das unerwartete geschah. Ardin sprach. Und dem Tonfall nach war es nichts geschäftliches. Harold. Der Coster. Ich zog die Brauen zusammen und nickte. Der Kerl hatte sein Geld. Falsch. Der Kerl hatte mein Geld und das hieß, wenn der kleine Bastard sich jetzt aufspielte, dann hatte ich ein Vorrecht darauf ihm zu zeigen wie das Geschäft lief. Nicht dass Ardin darauf Rücksicht genommen hätte. Nicht dass Ardin darauf hinaus wollte... Es ging gerade nicht um das, was Harold getan hatte. ''Du warst in seinem Traum?'', hakte ich nach, in etwa in dem Tonfall in dem man fragte, ob der andere tatsächlich Aalsülze zum Mittag wollte. Belanglos. Dass Ardin mir so etwas überhaupt erzählte, wo wir das doch künftig bleiben zu lassen hatten. Ob er wohl wieder getrunken hatte? Oder war ihm einfach nur langweilig geworden ohne ständig über irgendetwas zu schwatzen? RE: Don't stop breathing - Ardin James - 09.03.2022 Kein Lachen. Nicht einmal der Anflug davon. Nur diese Nachfrage, als ginge es um etwas belangloses. Das machte es einfacher. Und gleichzeitig noch absurder. Was waren schon ich oder meine Probleme? Ich presste weiter die Lippen aufeinander und nickte zur Bestätigung, weiterhin ohne Rhode anzusehen. „Zwei Mal. Seit wir da weg sind.“ Aber jetzt glitt doch der Anflug eines Grinsens über mein Gesicht als ich mich an das Bild erinnerte. „Als er mich gesehen hat, ist ihm vor Schreck der Schwanz ausgerutscht.“ Das selbstzufriedene Grinsen wollte bei der Erinnerung gar nicht mehr abklingen. Es war wirklich das erste Mal, dass es mir Spaß gebracht hatte, in jemand anderes Träumen zu landen, wenn ich es so recht bedachte. Es hatte schon etwas komisches, wenn man von der gesamten Traurigkeit der Tatsache, dass ich in seinen Träumen gelandet war einmal absah. „Er hatte da so einen Typen, den er…“ Ich merkte noch während ich ansetzte zu erzählen, dass es recht seltsam werden könnte solche Dinge laut auszusprechen und brach ab. „Ach egal. Nicht so wichtig.“ Ich schüttelte den Kopf. Sollten die Leute doch abstruse Dinge treiben, wie sie wollten. Was immer der im Schlaf machte, sein Gesichtsausdruck war die Sache wert gewesen. Aber darum ging es nicht einmal. „Ich dachte nur… Ich dachte… Vielleicht…“ Vage sah ich kurz in Rhodes Richtung, dann rüber zum Fenster, auf den Boden, beim Herrn in der Hölle, wie sollte ich das denn bitte aussprechen?! Ich atmete tief durch, ruckartig zwang ich meinen Blick dann zu Rhode hinauf. „Was wenn es was mit Konzentration zu tun hat? Oder Emotionen? Oder was weiß ich? Sowas eben was du hast wenn du denkst einer sticht dich ab…“ Aber ich sah in Rhodes Blick und bemerkte selbst was für einen verzweifelten Schwachsinn ich da gerade faselte. RE: Don't stop breathing - Otis Rhode - 09.03.2022 Zwei Mal sogar. Ich zog die Mundwinkel etwas tiefer. War ja schön. Damit hatte der James schon ganze zwei Nächte geschlafen. Aber damit nicht genug, da grinste Ardin mit einem Mal. Mein Blick glitt über ihn hinweg. Sonderlich erpicht war ich nicht mich über die Träume anderer Leute lustig zu machen. Nicht in diesem Moment. Auch wenn es erklärte warum der James mir davon erzählt hatte. Konnte er's nicht einfach seiner Frau erzählen, wenn er nicht alleine Lachen wollte? Einen Moment später begriff ich, warum er es nicht unbedingt seiner Frau erzählt hatte. Schien wohl ganz so als hätte Ardin recht behalten mit dem Stechen - nur mit dem Messer hatte er sich getäuscht. Harold triebs in seinen Träumen also mit einem Kerl. Die Costers waren schon so ein sittenloses Völkchen, Herr in der Hölle. Gerade als ich mich fragte ob ich die Details kennen wollte oder meine Zeit gekommen war dieses Büro endgültig zu verlassen, brach Ardin ab. Mit zusammengezogenen Brauen sah ich wieder zu ihm hinab. Er dachte was?! Dass ich das hatte wissen wollen? Falsch gedacht. Ich interessierte mich herzlich wenig für Harold, dessen Schwanz, irgendwelche Typen oder was Ardin des Nachts so zu sehen bekam, wenn er denn einmal schlief. Was er nun ja wohl tat. Ein Gewinn für alle Beteiligten. Sah man von Harolds Schwanz vielleicht ab, der jetzt sein Ziel verfehlt hatte. Mit einem Mal sah Ardin direkt zu mir auf. Dann brachte er hervor, auf was er wohl eigentlich hatte hinaus wollen. Ernst mit einem Mal wieder, gequält fast. Unbewegt sah ich ihm weiter entgegen. Ob es etwas mit Gefühlen oder Konzentration zu tun hatte. Cyneburg neben mir hob den Kopf, erinnerte mich unfreiwillig an eine Erkenntnis, die ich bezüglich meines eigenen Fluchs von einer Fähigkeit einmal gehabt hatte. Wie viel einfach aufgewühlte Emotionen oder einprägsame Ereignisse es machten. Ich schob sie aus meinem Kopf und den Gedanken direkt mit. Ganz sicher würde ich Ardin davon erzählen... nicht. Das hätte der auch nicht hören wollen. Nichts von dem was ich dachte, wollte er hören. Aber das würde mich nicht davon abhalten es auszusprechen. Was hätte ich auch sonst tun sollen? Eingeschnappt sein, weil der James meine Meinung doch nicht würde hören wollen, egal ob er danach fragte? Nein, das hätte dem gerade so gepasst. Wenn ich jetzt redete, würde er es ohnehin direkt wieder als Ärgernis empfinden und so würde ich ihn deutlich schneller los bekommen. ''Möglich'', antwortete ich also, noch immer nicht sonderlich erpicht auf das Thema, aber beinahe mit geschäftlicher Sachlichkeit, ''hast du vom O'Connell geträumt? Oder einem der Anderen in all den Jahren? Ist ja nicht so selten, dass dich einer abstechen will.'' Bei den letzten Worten musste ich dann doch feixen. Aber entsprach es nicht der Wahrheit? Nur, das Muster hätte wohl selbst der James schon durchschaut... RE: Don't stop breathing - Ardin James - 10.03.2022 Möglich. Doch kein Schwachsinn? Meine Hoffnung flammte plötzlich auf als Rhode das sagte, komplett übergehend, wie er das sagte. Möglich. Ja, möglich wäre es. Aber eigentlich doch mehr als möglich oder? Ich meine: möglich. In all den Jahren wäre alles möglich gewesen. Das hier, das hätte doch zumindest ein wahrscheinlich sein können, oder?! Kannte der Rhode nicht ein bisschen Begeisterung?! Aber vermutlich sollte ich mich glücklich schätzen, dass er mich nicht direkt zum Teufel jagte. Ob ich vom O’Connell geträumt hätte. Ich wandte den Blick ab, wurde nachdenklich, auch noch während Rhode noch scherzte. Über diesen Gedanken nachsinnend überging ich die Provokation in den Worten vollkommen. Der O’Connell, nein, von dem hatte ich nicht geträumt. Ich biss mir doch wieder auf die Unterlippe, schüttelte dann zögerlich den Kopf. Als ich wieder antwortete war ich halb in diesen Gedanken, aber es war auch wegen der Tatsache, die ich da offen legte, wegen der ich vergleichsweise kleinlaut reagierte. „Hab da nicht nach geschlafen…“ Ich sah rüber zur Dohle, dann erst hoch zu Rhode. Zuckte mit den Achseln. Fasste mir dann unsicher in den Nacken und fuhr mir einmal durch das sowieso schon zerzauste Haar bevor ich die Hand wieder sinken ließ. Jetzt wusste der Rhode immerhin warum Margory mir derartig aufs Dach gestiegen war. RE: Don't stop breathing - Otis Rhode - 10.03.2022 Fünf Tage. Das mit den O'Connells war fünf Tage her. Seither hatte Ardin nicht mehr geschlafen. Ich nickte als er mit diesen dunklen Hundeaugen unsicher zu mir aufsah wie ein Constable der auf Nachsicht hoffte. So etwas zog bei mir nicht und Hunde konnte ich erst recht nicht leiden. Aber ich ließ langsam den Atem entweichen, senkte das Blatt mit dem fragwürdigen Aufschrieb, den ich eben hatte nachprüfen gehen wollen, und den ich bis eben noch geschäftsmäßig vor mich gehalten hatte. Es half ja doch nichts. Ich schob den Unterkiefer etwas vor und sah zu Ardin hinab, hakte noch einmal nach, um absolut sicher zu gehen: ''In Ordnung, aber... in all den Jahren... Es ist bei Harold das erste Mal gewesen, dass du bei einem im Traum warst bei dem du sowas wie eine Verbindung hattest? Dem du...'' Ich verengte nachdenklich die Augen. Was war der Unterschied zwischen Harold und all den Anderen, die eine Bedrohung für den James dargestellt hatten... ''... das angedroht hast.'' Mein Blick glitt ab gegen die zugestellte Wand der Abstellkammer, einen Flecken sich ablösenden Putzes. Es gab eine Möglichkeit James Theorie zu überprüfen. Aber die würde dem James nicht gefallen. RE: Don't stop breathing - Ardin James - 10.03.2022 Rhode ging da einfach drüber hinweg. Und das war gut so. Ich krallte mich an seinen weiteren Worten fest und nahm es als ein gutes Zeichen, dass er trotz seines offensichtlichen Widerwillens überhaupt mit mir zu reden – was seinem Verhalten der letzten Tage stark ähnelte – weiter sprach. Ob Harold das erste Mal gewesen war. Ich verzog das Gesicht und wandte den Blick wieder ab. Was stellte Rhode auch solche Fragen. Es waren logische Fragen, die ich mir auch schon gestellt hatte. Aber ich konnte nicht behaupten, dass ich eine besonders reiche Datenlage zur Verfügung gehabt hätte. Widerwillig sah ich zu Jackdaw hinüber, die unruhig die Flügel vor dem Fenster umsortierte. Sie gierte nur darauf meiner Erinnerung auf die Sprünge zu helfen. Ich wusste es auch ohne, dass ich sie in meinen Schädel ließ. Aber das musste ich nicht haben. Auch noch von der Dohle belehrt zu werden. Nein. Ich schüttelte den Kopf. „Kann sein. Ich hab da nicht drauf geachtet.“ Ich hob den Blick um Rhode von Neuem anzusehen. Ernst diesmal. Aufrichtig, aber kurz davor ungehalten zu werden. „Mir wars ziemlich egal in wessen verrückten Träumen ich gelandet bin, solange ich da schnell wieder raus gekommen bin. Du fragst nicht unbedingt nach dem Namen des Typen, der dir die Kehle aufschlitzt und sei es noch so wenig real.“ Was dachte Rhode denn auch, womit ich meine Zeit verbrachte wenn ich in diese Träume katapultiert wurde? Klar kannte ich einige der Gesichter, denen ich dort begegnete. Aber gerade die versuchte ich mir nicht zu merken. Gerade die versuchte ich aus meiner Erinnerung zu verbannen. Nicht in die Wachwelt einfließen zu lassen was ich über sie wusste. Als hätte ich diese Dinge nie gesehen. Und wenn man sich lange genug bemühte, dann verblassten sie einfach. So war das. Jackdaw konnte sich gut erinnern, das wusste ich. Aber sie war hier nicht von Interesse. RE: Don't stop breathing - Otis Rhode - 10.03.2022 Ich starrte weiter gegen die Wand. Die aufgeplatzten Löcher im Putz, wie sie offenlegten was unter ihnen lag und mit welchem Schutt die Wände dieses alten Gebäudes zusammengestückelt waren. Ardins Wut erreichte mich kaum, aber ich spürte seine Worte. Jedes einzelne so scharf, dass ich kaum spürte, wie sie sich durch mein Fleisch schnitten bis sie bereits die tiefen, lebenswichtigen Schichten erreicht hatten. Ich atmete, oder jedenfalls hob und senkte sich mein Brustkorb irgendwie weiterhin, aber meine Lungen schrien trotz allem unbarmherzig nach Luft, als wäre ihre Zufuhr gerade eben gekappt worden. Mein Magen fühlte sich flau an, als wäre er von den Banden freigeschnitten, die ihn hielten. Herausgetrennt, wie der Schröpfer es bei den Leichen tat, die wir ihm vorlegten. Frei in meinem Körper schwebend und noch während ich gegen die Wand starrte, wusste ich, dass ich hier raus musste. Jetzt. Sofort. Ich... ich... Blanke Zähnen schlossen sich um meine Fingerknöchel. Ich zuckte erschrocken zusammen. Cyneburg. Mit einem Mal war ich mir des eigenen, rasenden Herzschlags bewusst. War ich mir bewusst, dass meine Hände zitterten, feucht vor Schweiß. Aber sich dessen bewusst zu werden half. Ich nahm das Blatt wieder höher, nickte mühsam um Gleichgültigkeit bemüht darauf hinab. ''Ich muss arbeiten, James'', sagte ich so herablassend es mir gelang ohne meinen Mageninhalt schon hier los zu werden. Erst als ich bereits an Ardin vorbei war, erst als ich bereits die Klinke der Tür in der Hand hatte, kamen mir die Worte doch noch über die Lippen, die sich mir zuvor zu einer Idee geformt hatten und die Cyneburg undankenswerterweise für mich bewahrt hatte, mich drängte sie doch noch auszusprechen. Und ich tat es. Ich hätte in diesem Moment alles getan Ruhe in meinen Kopf zu bekommen und hier weg zu gelangen. ''Du weißt doch auch, was du tun müsstest, oder? Probier's. Prüf deine Theorie. Nimm den Bibelkreis-Bub. Irgendeinen der nicht wahnsinnig ist. Versuch's rauszufinden'', sprach ich Wort für Wort was Cyneburg mir diktierte und ließ die Tür dann hinter mir ins Schloss fallen. Rannte beinahe jetzt, aber es war mir egal wer mich sah, solange es nicht Ardin war. Ich hetzte in Richtung der Zellen, dort wo die ungenutzten Latrineneimer aufbewahrt wurden und ich vertraute dem erst besten meinen gesamten Mageninhalt an bis ich nichts schmeckte als reine Galle. Zittrig stieß ich den Eimer mit dem Fuß ein Stück von mir und der einzige Gedanke, der unablässig in meinem Schädel widerhallte, war, ob Judith der Name des Typen, der ihr die Kehle aufschlitzte, auch egal gewesen war. RE: Don't stop breathing - Ardin James - 10.03.2022 Ich sah Rode hinterher wie er durch die Tür verschwand wie getrieben. Eilig fast, als hätte ihn in diesem Moment ein Constable zu einer Leiche gerufen. In Eile wie er es in den letzten Tagen immer gewesen war wenn ich die Abstellkammer betreten hatte. Aber an den anderen Tagen hatte ich gewusst woher das kam. Das jetzt… Einen Moment starrte ich noch die verschlossene Tür an, dann vor mich auf den Boden. Musste an Cyneburg denken. Und an die Tür. Und verstand es doch nicht. Ich hob den Blick zu Jackdaw, die sich flatternd an das Glas presste. Sie schrie danach, meine Gesellschaft zu werden, diesen leeren Raum mit ihrer Anwesenheit zu erfüllen, aber dem würde ich nicht nachgeben. Ich senkte wieder den Blick auf den Boden und dachte darüber nach was Rhode gesagt hatte. Prüf deine Theorie. Mit dem Bibelkreis-Bub. Irgendeiner der nicht wahnsinnig ist. Kein schlechter Gedanke eigentlich. Jemand, der unschuldig war, konnte keine schlechten Träume haben oder? Und wer wäre unschuldiger gewesen als der Bibelkreis-Bub? Aber wenn sie unschuldig waren, dann wurden sie dennoch verfolgt. Dann gab es Dinge, die ihnen Angst machten. Und es gab sicher eine Menge Dinge, die dem Bibelkreis-Bub Angst machten. Aber immerhin besser als zu wissen, was er sonst so dunkles in seinen Träumen trieb. Besser nur seine Angst zu sehen als seinen Hass. Nachdenklich hob ich den Blick, verzog das Gesicht zu einer Grimasse während ich überlegte wie ich das am besten anstellen sollte. Dann erst bedachte ich wieder was ich eigentlich vorgehabt hatte als ich in unsere Abstellkammer gekommen war. Berichte. Ich hatte noch verdammte Berichte zu schreiben. Ich beschloss diese Aufgabe abzugeben. Meine Hände packten sich einen Stapel der vorgedruckten Formulare, noch während ich den Plan fasste. Dann wandte ich mich vom Schreibtisch ab, stieß die Tür zum Büro auf und marschierte hinaus, wie eine unaufhaltsame Naturgewalt auf dem Weg ins Erdgeschoss und zu den Quartieren der Constables. Ich sah den Jungen schon von weitem. Ich steuerte ihn direkt an in meinem zügigen Tempo und noch während ich den Raum betrat, stoben die anderen anwesenden, die nicht gerade auf Streife waren, beinahe fluchtartig auseinander. Nur der Bibelkreis-Bub blieb vollkommen überrumpelt sitzen. Ich blieb vor ihm stehen. „Name?“, herrschte ich ihn streng und ungeduldig an. „Collins, Sir.“ Ich ließ den Stapel Papier auf seinen Schoß fallen. „Mitnehmen und mitkommen.“, herrschte ich weiter und drehte mich um. Zügigen Schrittes verließ ich den Raum wieder ohne mich danach umzusehen ob er mir folgte. Er machte besser dass er Schritt hielt, sonst würde ich ihm doch noch die Hölle heiß machen müssen und dann hatte er definitiv etwas vor dem er Angst haben würde. Aber ich hörte seine hastigen, stolpernden Schritte bald schon direkt hinter mir und steuerte weiter unbeirrt Rhodes und meine Abstellkammer an. Ich öffnete die Tür, ohne sie dem Jungen aufzuhalten, trat nur einen Schritt zur Seite und deutete auf meinen Schreibtisch, - „Hinsetzen!“ – während ich mich mit verschränkten Armen an die Wand vor dem Fenster lehnte und damit den Blick auf Jackdaw verwehrte. Unter meinem strengen Blick machte der Constable wie ihm geheißen und ließ sich an meinem Schreibtisch nieder, wo er den Stapel Papier ablegte. „Und jetzt schreiben Sie was ich Ihnen diktiere, haben Sie verstanden?“ – „Sir, ich bin nicht sonderlich gut im Schreiben…“ – „Dann üben Sie es jetzt. Los.“ Ich machte eine ungeduldige Bewegung mit der Hand bevor ich sie wieder in ihre Verschränkung schob. „Sie sind jetzt für die Detective Branch eingezogen und für die Detective Branch sind Sie als Schreiber tätig. Ich bin als Inspector auf Ihre tadellose Arbeit angewiesen. Und wenn Sie mir ein Messer in den Rücken rammen wollen, dann verfolge ich Sie in ihren Träumen bis ans Ende Ihrer Tage, haben Sie mich verstanden?“ Der Junge starrte mich mit großen Augen an und nickte dann hastig. „Ja, Sir. Selbstverständlich, Sir.“ Und als er den Blick schon auf die Papiere unter sich gesenkt und hastig die Feder zur Hand genommen hatte, um sich auf die Schreibarbeit zu konzentrieren, da lächelte ich zufrieden vor mich hin. Es war Abend, kurz vor Dienstschluss als ich zufrieden in Rhodes und meiner Abstellkammer saß, die Füße auf der wohlbekannten umgedrehten Holzkiste abgelegt und die Hände zufrieden auf dem Bauch verschränkt. Den Bibelkreis-Bub hatte ich nach Hause geschickt, nachdem er mir die Berichte der letzten zwei Tage zusammen geschrieben hatte. Und eine saubere Handschrift hatte er, das musste man ihm lassen. Brav nieder geschrieben hatte er, was ich ihm diktiert hatte. Und die ganze Zeit über hatte ich ihn im Auge behalten, mich auf ihn konzentriert. Ich wusste nicht, ob es wirklich damit zusammen hing, aber ich hatte mir gesagt, dass es mit den identischen Worten wie bei Harold eine geringere Ausfallwahrscheinlichkeit gab. Mehr konnte ich wohl kaum tun um meine Theorie zu überprüfen. Und nebenbei hatte ich noch die lästige Aufgabe des Berichteschreibens von mir geschoben. Ich war also mehr als nur zufrieden mit mir selbst als ich da so saß und gemütlich darauf wartete, dass Rhode in unsere Kammer kam im seine Sachen für den Feierabend einzusammeln. Zwar hatte ich noch keine Erfolge vorzuweisen, aber es gab nichts, auf das ich mich heute Abend mehr hätte freuen können als Rhode von der Genialität meines Versuchsaufbaus zu berichten… RE: Don't stop breathing - Otis Rhode - 10.03.2022 Ich war nicht zurück in die Abstellkammer. Ich hatte mich für den erstbesten Fall eingetragen, mit dem Mulligan Ardin und mir schon seit einigen Tagen in den Ohren hing. Dem Erstbesten…, feixte Cyneburg. Naja. Sagen wir einmal so, der James und ich schoben ihn nicht von ungefähr vor uns her. Es ging um einen Diebstahl, bei dem einige Insignien aus einer orthodoxen Kirche gestohlen worden waren. Ein Priester hatte den Diebstahl angezeigt und Mulligan war bemüht sich mit den Führern jeglicher Konfessionen und Religionen gut zu stellen, so sehr er auch über sie fluchen mochte, die Brüder hatten schlicht zu großen Einfluss. Also hieß es den Fall diskret und zum Wohlgefallen des Glaubensführers zu lösen. Nur, nun ja, das mit den Kirchen, das war so eine Sache, wenn man Satan erst einmal die Loyalität geschworen hatte, das hatte ich auf die harte Tour gelernt. Und was tat man, wenn man im orthodoxen Viertel nicht die Kirche betreten konnte? Man ging zu Mama Vladia. Mama Vladia war ein rundliches verhutzeltes Weib, das nach dem Tod ihres Mannes die Leitung einer kleinen Schnapsbrennerei und zugehöriger Schanktheke übernommen hatte. Ich kannte sie bereits aus meinen Tagen als Runner und sie kannte Ardin und mich. Schon damals war Mama Vladia eine alte Frau gewesen, heute hatte sie biblisches Alter erreicht. Ihre Sinne waren mittlerweile ein wenig geschwächt, aber ihr Verstand so wach wie eh und je und in ihrem Viertel entging der Alten damals wie heute nicht das geringste. Das Problem bestand nicht in dem was sie wusste, sondern darin, sie zum Reden zu bekommen. In der Regel war Mama Vladia schweigsam wie ein Grab, ganz besonders einem Blaurock gegenüber, sei er nun in Uniform oder nicht. Gleichzeitig konnte Mama Vladia einfach nicht widerstehen mit einem Bekannten ein Glas ihrer Hausmarke zu verköstigen. Ich war eigentlich nicht mehr besonders erpicht auf dieses Spiel, dass ich zu Runner-Tagen perfektioniert hatte. Eigentlich. Heute war mir die Gelegenheit gerade recht. Und deswegen bezweifelte Cyneburg das mit dem 'erstbesten Fall', aber sie konnte mich mal. Ich wusste, dass Mama Vladia zwischen drei bis fünf Gläsern üblicherweise ins Reden kam, also setzte ich meine Grenze bei fünf bis acht. Blieb ich bis dahin erfolglos, war es nun einmal so. Beim Saufen und beim Wetten übertrat man besser nie eine einmal gesetzte Grenze. Danach würde ich anderen Spuren nachgehen. Danach wäre mir ihr Geplapper ohnehin nicht mehr von Nutzen. Und Acht war die Hälfte von dem, was ich erfahrungsgemäß allerhöchstens trinken konnte, ohne übermäßig an den Effekten oder Nachwirkungen zu leiden. Wenigstens dann, wenn ich genug Wasser dabei trank und die Mengen gewohnt war, aktuell und mit leerem Magen schätzte ich die Grenze deutlich geringer ein, also war ich vorsichtig. Alles darüber war inakzeptabel, solange ich es nicht gerade darauf anlegen wollte mich abzuschießen. War nicht meine Absicht. Nicht heute. Es stellte sich heraus, dass Mama Vladia bei genau fünf Gläsern in Wehklagen ausgebrach und mir die Seite ihres penibel geführten Buches zeigte, das einzig und allein dem Priester zum Anschreiben vorenthalten war. Und dann hatte sie mir die Geschichte erzählt, dass der Mann neulich mit eben jenen – angeblich – gestohlenen Insignien angekommen war und sie damit hatte entlohnen wollen. Natürlich hatte sie ihn hinausgeworfen, um die himmlischen Kräfte nicht in Ungleichgewicht zu bringen. Aber einen Diener Gottes, war er noch so verkommen, an die Polizei zu verraten… Nun, wer hätte schon sagen können, wie die himmlischen Kräfte darauf wohl reagieren mochten, mh? War natürlich etwas anderes, wenn man über einer guten Flasche ins Reden kam und zufällig einen Peeler neben sich hatte, selbstverständlich. Ich hatte mich diskret darum gekümmert. Das Diebesgut aufgefunden und dem rechtmäßigem Besitzer unserem Herrn Gott und dessen irdischer Vertretung, dem Kirchenbündnis, übergeben. Dem Priester einen Skandal erspart, der wiederum in reiner übergroßer Herzensgüte die Anzeige gegen den angeblich flüchtigen Dieb zurückgezogen hatte. Mulligans guten Draht zu den Priester-Brüdern gewahrt. Mich im Ausgleich ordentlich auszahlen lassen (es hatte sich herausgestellt, dass der Priester durchaus noch über diverse Geldquellen abseits dem Verkauf von Kircheninsignien verfügte) und Mama Vladia für ihre wie immer verlässlichen Informationen die geprellte Zeche des Priesters ausgezahlt. Und als ich am Abend zurück in die Leman Street kam, fühlte ich mich nicht länger als hätte mir einer die Organe herausgeschnitten und müsste ich an meinem eigenen aufsteigenden Blut ersticken. Die Vorstellung heute Mittag nur wegen diesem einen kleinen Satz geflohen zu sein, kam mir lächerlich vor. Weit entfernt selbst die Frage, die mich gequält hatte. Wirklich, fünf war ein angenehmes Pegel. Ich spürte diese sachte summende Zufriedenheit. Die, die deine Sinne mehr schärft, als trübt, und dir das Gefühl gibt heute noch eine Menge zu erreichen, egal ob dein Magen leer war und du einen Tag Arbeit hinter dir hast. Ein vertrautes Gefühl. Ich hasste es, aber heute war es gut. Es machte selbst den Fakt, dem James in der Abstellkammer noch einmal zu begegnen seltsam versöhnlich. Weil alles, irgendwie ziemlich in Ordnung war. Ganz so wie es war. Es ging auf den Ende des Monats zu, also zählte ich von meiner Privatvergütung den Betrag ab, den wir vereinbart hatte, dafür, dass Ardin für meinen Jungen sorgte und legte ihm die Summe auf den Tisch. Dann ging ich weiter zu meinem eigenen, setzte mich und da fiel mir der selbstzufriedene Ausdruck auf James‘ Fresse auf. Aha. Netten Tag gehabt? Was war in meiner Abwesenheit geschehen? Misstrauisch überlegte ich, was mir auf dem Weg hier rein entgangen sein könnte, aber mir fiel nichts ein, also hieß es wohl den James danach fragen zu müssen. Wie ich das verdammt nochmal hasste… „Du hast Mulligan deine letzte Extra-Vergütung vorgerechnet und er hat dieses Mal den Löffel dabei abgegeben?“, brummte ich sarkastisch, während ich mich auf meinem Stuhl zurücklehnte, um Ardin besser ansehen zu können - nur nicht zu sehr, weil ich der Stuhllehne misstraute. Aber das mit Mulligan wäre mal ein Ereignis, das mir dem Grad der Glücksseligkeit auf Ardins Zügen angemessen schien. |