Und dann machte Cyneburg den ersten Schritt, ging uns vertrauensvoll voran. Die Dohle saß ihr im Nacken, ich hatte nicht einmal gemerkt, dass sie sich uns genähert hatte. Mein Herz klopfte scharf gegen meinen Hals, als ich sie so beobachtete. ‚Nicht‘, hätte ich am liebsten gerufen, aber mir fehlte die Kraft und warum war ich eigentlich hier, wenn nicht um einzutreten? Warum war ich eigentlich hier? Ja, das war die Frage und die ernüchternde Antwort, die Cyneburg mir gab, während sie im Dunkeln des Hauses verschwand war: Weil wir keine andere Chance haben als diese hier. Keine andere Chance für Ben und das bedeutete alles für diese Chance zu geben. Ich schüttelte knapp meine blutende Hand, so dass ich sie in den Ärmel zurückziehen konnte, griff dann meinen Jungen wieder fester und folgte Cyneburg ins Innere des Hauses, hinauf in Richtung von James Wohnung. Mrs. James stand dort, bekleidet nur mit einem Nachthemd. Ich blieb wie angewurzelt stehen, gestoppt von einem – in Anbetracht der Umstände meines Erscheinens völlig lächerlichen – Anflug des Anstandes und senkte den Blick. „‘schuldigung“, murmelte ich betreten, meinen Jungen noch immer in den Armen, nicht wissend, ob ich ihn je noch einmal würde los lassen können.
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Society of Only the winds Rudeness
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„‘konnte da nich‘ blei-b-b-en“, kam es mir stockend über die Lippen sobald die Türe sich öffnete und ich Ardins untersetzte Statur ausmachen konnte. Ich nuschelte – ausnahmsweise mal nicht, weil ich getrunken hatte, sondern weil Septembernächte bereits ziemlich kalt sein konnten. Wenigstens wenn einem der Schock so tief in den Knochen saß. Wenn man seit Wochen kaum mehr etwas aß. Wenn man seine letzte Kraft in einen Ausbruch der Gewalt gesetzt hatte. Wenn man seit Stunden einen kleinen Jungen durch die Nacht trug. Wenn man besagtem Jungen seinen Mantel umgeschlungen hatte. Wenn man blutete wie Schlachtvieh. Mein lahmer Blick traf meine blutende Hand. „‘s tropft“, wies ich auf das Offensichtliche hin, weil es ein Grund sein könnte, aus dem James mich nicht im Hausflur wollen würde und ich nicht weiß, was ich tun würde, wenn ich einmal von der Wärme eines Hausinneren gekostet hätte, nur um dann wieder hinausgeworfen zu werden. Womöglich wäre ich einfach auf der Schwelle zusammengebrochen. Ich konnte hier und jetzt umdrehen und einfach weiterlaufen bis meine Kraft mich endgültig verlassen hätte, aber wenn ich einmal von der Straße war, wusste ich nicht, ob ich meinen Jungen wieder zurück in die Kälte tragen könnte. Doch Ardin stand noch immer so merkwürdig neben der Türe, nicht ganz als ob er mich einladen wollte einzutreten, aber auch nicht so als ob er mich daran hindern wollte. Irgendwelche Worte kamen aus seinem Mund, aber ich konnte ihnen so wenig Bedeutung beimessen, als hätte er in einer anderen Sprache gesprochen.
Und dann machte Cyneburg den ersten Schritt, ging uns vertrauensvoll voran. Die Dohle saß ihr im Nacken, ich hatte nicht einmal gemerkt, dass sie sich uns genähert hatte. Mein Herz klopfte scharf gegen meinen Hals, als ich sie so beobachtete. ‚Nicht‘, hätte ich am liebsten gerufen, aber mir fehlte die Kraft und warum war ich eigentlich hier, wenn nicht um einzutreten? Warum war ich eigentlich hier? Ja, das war die Frage und die ernüchternde Antwort, die Cyneburg mir gab, während sie im Dunkeln des Hauses verschwand war: Weil wir keine andere Chance haben als diese hier. Keine andere Chance für Ben und das bedeutete alles für diese Chance zu geben. Ich schüttelte knapp meine blutende Hand, so dass ich sie in den Ärmel zurückziehen konnte, griff dann meinen Jungen wieder fester und folgte Cyneburg ins Innere des Hauses, hinauf in Richtung von James Wohnung. Mrs. James stand dort, bekleidet nur mit einem Nachthemd. Ich blieb wie angewurzelt stehen, gestoppt von einem – in Anbetracht der Umstände meines Erscheinens völlig lächerlichen – Anflug des Anstandes und senkte den Blick. „‘schuldigung“, murmelte ich betreten, meinen Jungen noch immer in den Armen, nicht wissend, ob ich ihn je noch einmal würde los lassen können. |
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Only the winds - von Otis Rhode - 20.01.2022, 20:28
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