Jackdaw flatterte von Cyneburgs Rücken hoch zu meiner Schulter. Ich wagte es nicht, sie fortzuschieben, aus Angst Ben zu erschrecken wenn ich mich zu schnell bewegte. Stattdessen beobachtete ich den Jungen. Mit engem Hals. Während sich der Kleine zaghaft beruhigte und von Otis ablenken ließ. Mit Tee. Mit so etwas einfachem wie Tee. Und Otis dabei so liebevoll mit dem Jungen umging, wie ich ihn in den letzten Monaten gerne nur ein einziges Mal mit seinem Kind hätte umgehen sehen wollen. Ich sah zu Margory als diese sich mir gegenüber an den Tisch setzte mit einer eigenen Tasse Tee. Sie legte ihre schlanken Finger darum um sie zu wärmen. Mir stellte sie demonstrativ keine Tasse hin. Ich sah von der Tasse zu ihr hoch. Sie sah mich an, legte kurz den Kopf schief, als wollte sie sagen ‚du weißt wofür das ist‘ und nahm dann bescheiden wie die Unschuld vom Lande einen Schluck von ihrer Tasse, bevor sie zu Otis und Ben blickte.
Erneut atmete ich tief durch. Zu faul mich selbst zu bedienen, hätte ich dazu doch aufstehen müssen, ließ ich das Schicksal über mich ergehen und wartete weiter. Worauf? Ich wusste es langsam selbst nicht mehr. Jackdaw hatte gesagt was es zu sagen gab. Otis war fort von der Straße. Für den Moment war es gut. Ich hatte keinen Tee… Wer wäre unglücklich gewesen? Aber vielleicht wollte ich es von Otis hören. Was er vor hatte. Jetzt, da er einen Haushalt in Whitechapel in Schutt und Asche gelegt hatte. Ja, was kam dem großen Otis Rhode als nächstes in den Sinn? Ich begegnete seinem Blick, der stummen Bitte darin. Wandte ungeduldig die Augen ab, begegnete dabei unfreiwillig auch Margorys Blick, der einen herrisch mahnenden Ausdruck trug ohne dass sie ein Worte sagte. Stumm gab ich mich unwirsch geschlagen. Gut, dann warteten wir eben. Von mir aus… Ich streckte eine Hand aus und begann mit dem Fingernagel eine Kerbe in der Holzmaserung des Küchentischs nachzuziehen, den Unterkiefer ganz unfreiwillig ein wenig vorgeschoben. Ich war geduldig. Oh ich war sowas von geduldig…

