Was ging die Landratte mir an die Eier?!! Reflexartig löste sich mein Griff bei diesem beschissenen Gefühl zwischen meinen Beinen – wer kam auf so eine beknackte Idee?! – und musste feststellen, dass der heftige Schlag ausblieb. Stattdessen nutzte der Lange den Moment der Unaufmerksamkeit um sich aus meinem Griff zu winden und als ich das realisierte und die Empörung über die hinterlistige Täuschung mich packte, da war es längst zu spät. “Du mieser kleiner Landstreicher!“, fauchte ich wütend bevor meine Worte von meinem eigenen Zischen unter dem Schlag in die Rippen abgebrochen wurden. So schnell konnte ich gar nicht schauen wie mein Arm sich auf meinen Rücken drehte, ohne dass ich mehr tun konnte, als mich einfangen zu lassen wie ein gestrandeter Wal.
Es half auch nichts, dass ich noch einen Arm frei hatte, weil mir der andere so noch unten geschoben wurde, dass ich meinte, es würde mir die Schulter auskugeln! Und weshalb war ich hier gelandet?! Nur wegen diesem miesen Trick dieser mindestens genauso miesen Landratte. Kleiner verdammter Docker!!! So in meinem Geist vor mich hin fluchend blieb mir wenig anderes übrig, als mir etwas einfallen zu lassen, wollte ich meine Schulter nicht alsbald verlieren. Und mit verrenkter Schulter würde mich keiner mehr nehmen. Ich folgte dem Reflex, holte mit der freien Hand aus und krallte mich in das zottelige, nasse Haar des Dockarbeiters. Ich würde bald abrutschen bei all der Nässe, aber es reichte um meinen Oberkörper an ihm herum zu ziehen und ihm damit die Hebelwirkung für den verrenkten Arm ein wenig zu nehmen, sodass ich ihm immerhin wieder ins Gesicht sehen konnte, dem kleinen Docker, der mir an die Eier gegangen war.
Und dem spuckte ich jetzt ins Gesicht.


