„Ich hab Bentley nicht aufgespießt.“, korrigierte ich nachdem ich das Glas wieder auf dem Tisch abgestellt und mich mit den Unterarmen auf dem Tisch abgelegt hatte, als wäre das ein übles Gerücht, das ich aus der Welt schaffen müsste. Jetzt sah ich wieder finster zu Rhode rüber. „Der hatte seinen verfluchten Schwanz zwischen meinem Messer und den Dielen und der ist noch dran, oder?!“ Ich kam langsam richtig in Fahrt. Als gelte es den Streit, den ich mit Margory gehabt hatte, nun mit Otis fortzuführen. Aber das würde ja doch zu nichts führen. Otis war nicht Margory. Und er würde mir nicht einmal so ein herausragender Streitpartner sein wie mein verehrtes Eheweib. Ich richtete den Blick mindestens genauso abfällig wieder zurück gerade aus, wie ich ihn zu Rhode gedreht hatte. Ließ den Blick über Rauen und Brüllen und Grölen wandern und über Schweiß und Blut und Fleisch. Ein guter Ort um den Verstand zu verlieren. „Sie wollte, dass ich schlafe?“, fragte ich – wieder rein rhetorisch – als gelte es irgendjemandem irgendetwas zu beweisen. Ja. Margory nämlich. Aber das war nur für mich. Ich hob das Glas erneut an, aber bevor ich es an die Lippen setzte, ruckte ich kurz mit dem Kopf und erklärte mit dem Blick auf dessen Inhalt: „Ich tu ihr den Gefallen.“ Dann setzte ich das Glas an und trank es vollends aus. Stellte es ab und zog das nächste zu mir heran. Mir war jetzt schon übel von der warmen Brühe, aber das brauchte ja niemanden zu interessieren. Am wenigsten mich. Ich machte das nur für Margory, so einfach war das. Sollte sie sehen wie es war, wenn ich schlief. Vielleicht hatte ich ja Glück und der Schlaf der Versoffenen würde mich ausnahmsweise vor den Träumen anderer Menschen verschonen.


