Ich hatte laut nachgedacht und wie üblich konnte ich das nur bereuen. Ich stieß die Luft aus, spürte die Kopfschmerzen der Müdigkeit wiederkehren. Ob wir das bleiben lassen konnten. Nein, lag es mir auf der Zunge. Nein, bestätigte mich auch Cyneburg. Nein, konnten wir nicht. Gerade jetzt nicht, da der James noch nach Gin und Erbrochenem stank und zum ersten Mal seit der Satan weiß wie lang geschlafen hatte. Gerade jetzt konnten wir das nicht einfach bleiben lassen. Weil es nicht weiter ging, damit nicht zu schlafen, die Kontrolle zu verlieren, sich zu besaufen, den Tag zu verschlafen und wieder von vorne zu beginnen. Es ging nicht. Nicht in seinem Job und nicht in der Familie. Und nicht einmal in ersterem würde ich ihn auf ewig decken können. Nicht bei dieser ewigen Übermüdung und nicht bei so etwas wie dem heute. Das würde dem James noch alles kosten, was er zu haben meinte. Und ich wusste, dass er das wusste. Ich wusste nur nicht, weshalb er sich so hartnäckig dagegen stemmte dafür zu kämpfen. Eine Lösung zu finden. Dabei hatte ich gerade einmal die Richtung angedeutet. Keinen der plakativen Ratschläge, die er mir so gerne gab, wie ich mein Leben denn wieder in den Griff bekommen könnte und was ich nur zu tun brauchte. Vermutlich wäre er mir bei der Erwähnung solchigem direkt an die Gurgel gegangen. Aber die Lösungen zu kennen, das behauptete ich ja gar nicht. Finden wollte ich sie. Denn irgendwie musste es sie geben. Es ging gar nicht anders. Nicht wenn andere es auch schafften. Ich rieb mir noch einmal mit dem Daumen über die schmerzende Brandwunde. Es gab gar keine andere Möglichkeit. Und in dieser Gewissheit, hätte ich noch hier und jetzt an einem Plan arbeiten können die Antworten zu finden, die uns bisher durch die verdammten Finger gerutscht waren. Nein. Wir konnten das nicht einfach bleiben lassen. Weil ich mir Sorgen machte, verdammte Sorgen, meinte Cyneburg und dieses eine Mal widersprach ich ihr nicht.
Die Frage verlangte nach einer Antwort. Konnten wir das einfach bleiben lassen? Ich sah den James an.
Nein.
Ich nickte.
Noch immer blickte ich dem James emotionslos entgegen, er war eindeutig wieder nüchtern genug nach Hause zu finden. Ich stand auf und ich ging. Und Cyneburg folgte mir widerwillig.