Trotz allem konnte ich nicht leugnen, dass so viel Aufmerksamkeit auch wieder schmeichelhaft war. Ich wusste dass das kein Verhalten war, das ich von meinem Jungen noch hätte erwarten können. Selbst wenn ich mit einem Schmunzeln feststellen musste, dass Ben die vornehme Zurückhaltung bei Cyneburg weniger gut gelang, die jetzt freudig den Tisch umrundete, die Kinder mit wild verzogenen Hundefratzen zum Kichern brachte und sich streicheln ließ. Dabei kam sie ungelenk dem Herd mit dem davor fläzenden Kater zu nahe, der wütend fauchend nach dem Trampeltier aushieb und sich dann verzog. Cyneburg sah ihm für einen Moment unbeeindruckt hinterher und erst als ich missbilligend schnalzte, setzte sie sich widerwillig und konnte die nächsten Lacher ernten, als sie den Kopf dabei mühelos auf dem Tisch ablegte. Ich machte die paar Schritte hinüber zum Tisch und Cyneburg rutschte rückwärts, so dass sie immerhin nicht mehr die Tischplatte beschmutzte. Teufel, wie peinlich mir dieses Vieh war. „Tut mir leid“, wandte ich mich verlegen an Margory und bedachte Cyneburg mit einem bitterbösen Blick.
Immerhin lenkte der dumme Köter von den Haien ab - hoffte ich jedenfall für zwei Sekunden, bis Samuel ungeduldig seine Frage wiederholte. „Wo gibt es Haie?“, fragte er einmal mehr begierig. Und Nucky unterstützte ihn mit wissbegierigem Staunen. Feixend sah ich zu Ardin hinüber, was musste der auch von Haien beginnen. „Euer Pa ist auf der Jagd nach einem“, konnte ich mir jetzt nicht mehr verkneifen. „Aber ich bin hier noch keinem begegnet. Also sagt mir Bescheid wenn ihr einen auf der Straße seht, ja?“ Samuels und Nuckys Blicke trafen sich voller Begeisterung, bevor sie heftig nickten.
„Haie sind doch nicht auf der Straße unterwegs!“, kam es jetzt besserwisserisch - und zur Enttäuschung der Jüngsten - vom Tisch her. Mein Junge, der in seiner fundierten Fachmeinung vom gewichtigen Nicken seines besten Freundes unterstützt wurde. „Sollte man meinen“, brummte ich zustimmend, den Blick wieder feixend auf Ardin. „Vielleicht ja doch“, kicherte Maude jetzt, „wenn ihn einer durch die Straße trägt.“ – „Wer sollte einen durch die Straße tragen?“, wurde ihr direkt unwirsch an den Kopf geworfen. „Weiß ich doch nicht, aber dann wäre einer auf der Straße unterwegs, oder?“, erwiderte Maude triumphierend, womit ihr unter den schwer bewundernden Blicken von Samuel und Nucky erst einmal gelungen war Fred und Ben in ihrer seit einiger Zeit neugewonnenen andauernden Skepsis zum Schweigen zu bringen. Ich konnte nicht verhindern das meine Mundwinkel bei der Raffinesse des Mädchens in die Höhe zuckten.


