Einen Moment sah ich Ardin entgegen, mein Grinsen verblasste und ich zog stattdessen die Brauen hoch. Bei Satan, dem Allmächtigen, waren wir heute mal wieder reizbar. Vielleicht tat dem James das schlafen gar nicht mehr so gut. Aber bedachte man die Träume des Coster-Harolds mochte Ardin beinahe mein Verständnis haben, wer mochte schon soetwas mit ansehen müssen? Ich ließ den Ellbogen von der Stuhllehne gleiten und wandte mich wieder meinem Tisch zu. Ich hatte keine Lust mich mit dem James darüber zu zanken, was ich behauptet hatte und was nicht und was mir gut reinpassen würde und was nicht. Sollt' er's doch glauben, selbst wenn der James seinen Stellenwert bei der Herstellung meines Seelenfriedens mal wieder chronisch überschätzte. So viel innere Erfüllung schöpfte ich dann auch mal wieder nicht aus der Vorstellung, dass sich der James des Nachts in Alpträumen wälzte. ''Sagen wir's so, wenn der Junge mehr Sorgen hat als sich beim Sonntagsgebet zu verhaspeln wär's mir eine ehrliche Freude davon zu erfahren'', erwiderte ich gleichmütig. Sowas konnte einem ein Ratschlag des alten Otis doch schon einmal wert sein, oder? Ich wusste den Burschen noch nicht einzuschätzen und das missfiel wir - weshalb es mir gewissermaßen tatsächlich ganz gut passte, wenn der James den jungen Constable in den Träumen verfolgte. Auch wenn es Ardin ähnlich sehen würde, mir gerade weil ich mich dafür interessiert kein Wort über die Träume des Bibelkreis-Bubs wissen zu lassen. Aber wie ich den James kannte, würd' er's am Ende ja dann doch nicht für sich behalten können, welche Abgründe der Constable bereit hielt.
Doch damit war es noch nicht genug. Ich hatte gerade eines der vorgedruckten Formulare vom Stapel genommen, vor mir abgelegt und nach der Feder gegriffen, als der James fortfuhr. Das schmale Stück Holz war mit einem Mal glatter denn je, rutschte mir zwischen den Fingern davon, kam unglücklich auf der Tischkante auf und ging zu Boden. Ich fluchte über Ardins letzte Worte - irgendetwas davon, dass es, warum auch immer, eine ausgleichende Gerechtigkeit wäre - hinweg, während ich unter den Tisch tauchen und nach der Feder suchen musste. Cyneburg wollte mir behilflich sein, aber ich schubste sie nur grob bei Seite. Ich fand das dumme Ding auch so, aber natürlich war der metallene Federkiel abgebrochen. Wieder aufrecht am Tisch sitzend, zog ich das scharfkantige Bruchstück aus der Fassung um es mit einem neuen Kiel zu ersetzen. ''Ich wüsste ja nicht, wie du mich zwingen wollen würdest'', spottete ich, ganz auf meine Arbeit fixiert, hochmütig - und sorgsam entfernt vom eigentlichen Thema, wie Cyneburg feixend hinzufügte.